Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (342) zum Tag der Deutschen Einheit 2026
Transkript anzeigen
00:00:01: An Nacht zum Tag der Deutschen Einheit am dritten Oktober, ist unser Friede.
00:00:09: Er hat die trennende Wand der Feindschaft abgebrochen.
00:00:13: Was für ein Wort zum Dritten Oktorber?
00:00:16: Sechsunddreißig Jahre deutsche Einheit – Die Mauer ist weg!
00:00:20: Menschen können Reisen ihren Wohnort wählen ihrer Meinung sagen was lange unmöglich schienen wurde Wirklichkeit.
00:00:27: Doch wir merken auch Manche Mauern halten länger als eine Mauer aus Beton.
00:00:33: Es gibt unterschiedliche Erfahrungen zwischen Ost und Wetz, Verletzungen die geblieben sind.
00:00:39: Menschen erzählen davon dass sie ihre Arbeit in ihrer Lebensgeschichte nach einem Jahrzehnte wenig zählten.
00:00:46: Andere erinnern sich vor allem an neue Möglichkeiten, an Freiheit und Aufbruch.
00:00:51: Alle Geschichten gehören zu unserem Land Und längst verlaufen die Gräben auch mitten durch Nachbarschaften Freundeskreis und Familien.
00:01:00: Vielleicht kennen sie, dass man sitzt zusammen, jemand spricht ein politisches Thema an – und plötzlich wird es ganz still oder laut!
00:01:09: Und einer sagt mit dir kann man darüber sowieso nicht reden.
00:01:13: das Gespräch ist zu Ende bevor's richtig begonnen hat.
00:01:18: Auch nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beschäftigt uns die Frage wie bleiben wir miteinander im Gespräch?
00:01:25: Wie können wir streiten, ohne uns gegenseitig aufzugeben?
00:01:30: Dazu eine Gesetze aus dem Epheser-Brief.
00:01:34: Dieser Brief im neuen Test der Mensch spricht von Jesus Christus und im zweiten Kapitel heißt es – Christus selbst ist unser Friede!
00:01:43: Er hat Menschen zusammengeführt in die Mauer niedergerissen, die sie in Feindschaft voneinander trennte.
00:01:49: Er kam mit der Botschaft des Friedens zu denen, die weit entfernt waren und zu denen die nahe
00:01:55: waren.".
00:01:56: Durch ihn haben beide Zugang zu Gott.
00:01:59: Darum seid ihr keine Fremden mehr, Ihr gehört dazu!
00:02:03: Ihr habt einen Platz im Haus
00:02:04: Gottes!".
00:02:07: Damals ging es um Menschen jüdischer und nicht-jüdische Herkunft die in der christlichen Gemeinde zusammenfinden sollten – und sie brachten unterschiedliche Traditionen mit.
00:02:17: Was die einen von Kindheit aufkannten war den anderen völlig fremd.
00:02:22: Der Brief sagt ihnen «Bei Gott habt ihr gemeinsam einen Platz.».
00:02:27: Mich bewegt dabei das Bild von der abgebrochenen Mauer.
00:02:30: Die Feindschaft soll fallen, Unterschiede dürfen bleiben.
00:02:35: Wir müssen nicht alle dasselbe denken.
00:02:37: Demokratie braucht den Streit darüber welcher Weg richtig ist.
00:02:41: Sie braucht Menschen die widersprechen und die Verantwortung übernehmen.
00:02:46: Aber auch der Mensch der mir widerspricht bleibt mein Mitmensch.
00:02:50: Er hat eine Geschichte Hoffnungen und Ängste Eine Würde die auch im heftigsten Streit gilt.
00:02:57: Das bedeutet auch, entschieden einzuschreiten wenn jemand erniedrigt oder bedroht wird.
00:03:03: Zuhören und klare Grenzen gehören
00:03:05: zusammen.".
00:03:08: In dem vierten Kapitel des Epheser-Briefs wird das sehr praktisch – dort heißt es sinngemäß «Begegnet einander mit Bescheidenheit, Freundlichkeit und Geduld!
00:03:19: Haltet einander in Liebe aus, gebt euch mühe die Gemeinschaft zu bewahren durch den Frieden der Euch verbindet.».
00:03:26: Einander aushalten Das klingt weniger feierlich als Einheit und beschreibt doch ziemlich genau, was manchmal von uns verlangt wird.
00:03:36: Vielleicht bedeutet es beim nächsten Familienfest eine Frage zu stellen bevor ich meinen Urteil ausspreche?
00:03:43: Was hast Du erlebt das Du so darüber denkst?
00:03:46: Vielleicht höre ich Deine hinter einer schroffen Meinung eine Enttäuschung von der ich bisher nichts wusste.
00:03:52: Ich muss dieser Meinung deshalb nicht zustimmen Aber ich verstehe womöglich etwas mehr von diesen Menschen.
00:04:00: Am Tag der deutschen Einheit denke ich auch an die Katzen von neunzehntneunundachtzig Kirchen öffneten damals ihre Türen, Menschen kamen mit ihrer Angst, ihrer Wut und ihres Sehnsucht nach Freiheit.
00:04:13: Sie sprachen miteinander sie beteten uns sie gingen auf die Straße.
00:04:18: Wer einmal versucht hat eine Katzenflamme im Wind zu schützen weiß dafür braucht man beide Hände.
00:04:24: Dieses Bild erzählt für mich etwas von der Kraft jener Woche.
00:04:29: Menschen standen für ihre Bezeugungen ein und hielten an der Gewaltlosigkeit fest.
00:04:34: Heute leben wir unter anderem Bedingung!
00:04:37: Wir haben wahlen- und demokratische Rechte, und gerade diese Freiheit gibt uns die Möglichkeit um die Verantwortung konfliktefriedlich auszutragen.
00:04:46: Dafür brauchen mir auch Orte, an denen Begegnung möglich ist.
00:04:50: Ich denke auch unser Kirchen können solche Orte
00:04:53: sein.".
00:04:54: Dort sollen Menschen sagen dürfen, ich habe Angst oder ich sehe das anders und erleben dass jemand zuhört.
00:05:24: oder ein abgebrochenes Gespräch wieder aufnehmen.
00:05:28: Der dritte Oktober erinnert uns daran, Mauern können fallen – was festgefügt erscheint muss nicht für immer bleiben und der FSS-Brief gibt dieser Hoffnung einen Namen.
00:05:39: Christus ist unser Friede!
00:05:42: Darauf möchte ich vertrauen und deshalb die Menschen auch mit anderer Meinung die Menschen auf der anderen Seite nicht aufgeben.
00:05:50: Wir sind verschieden wir sind nicht immer einig Aber wir sind einander anvertraut und wir sind mit Menschen.
00:06:00: Ein gesegnetem Feiertag wünscht Ihnen Ihr Superintendent Andreas Berger!
Neuer Kommentar