Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (238) zum 14. Sonntag nach Trinitatis 2026

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00:00:00: Andacht für den vierzehnten Sonntag nach Trinitatis.

00:00:05: Manchmal reicht ein Name Und sofort wissen alle Bescheid.

00:00:10: Ach der, die kenne ich.

00:00:12: Mit dem würde ich nichts zu tun haben wollen.

00:00:15: Vielleicht gibt es so jemanden in ihrer Nachbarschaft Im Betrieb In der Familie oder im Verein Ein Menschen über den das Urteil längst feststellt.

00:00:26: Der ist schwierig.

00:00:27: Die denkt doch nur an sich.

00:00:29: dem kann man nicht trauen, mit der gibt es immer wieder Ärger.

00:00:34: Und wahrscheinlich kennen wir das auch von der anderen Seite – dieses Gefühl dass auch andere sich längst ein Bild von uns gemacht haben vielleicht wegen eines Fehlers oder eine Geschichte die schon Jahre zurückliegt?

00:00:48: Vielleicht auch deshalb weil wir nichts zu sehen wie sie uns gern hätten.

00:00:53: und dann merkt man ist es erstaunlich schwer aus so einer Schublade wieder herauszukommen.

00:00:58: Von einem solchen Menschen erzählt die Bibel.

00:01:01: Er ist Zachäos.

00:01:03: Zachäus lebt in Jericho, eine wohlhabende Stadt, Handel, Palmen, Gärten, Menschen, die unterwegs sind und wo viel gehandelt wird.

00:01:12: da gibt es auch etwas zu verdienen.

00:01:15: Zachäus hat jedenfalls gut verdient sehr gut sogar.

00:01:19: er ist Zöllner genauer gesagt einer der führenden Zöllners.

00:01:24: das war damals kein angesehener Beruf.

00:01:27: Die Zöllner arbeiteten im Auftrag der römischen Besatzungsmacht, sie kassierten Abgaben und viele von ihnen verlangten dabei mehr als ihnen Zustand.

00:01:37: Den Überschuss durften Sie behalten – ein ziemlich gutes Geschäftsmodell jedenfalls für den Zöllnern.

00:01:45: Für alle anderen eher nicht.

00:01:47: Zachäos ist reich aber Freunde hat er vermutlich nicht viele.

00:01:52: Vielleicht könnte man sagen sein Konto ist voll Aber um ihn herum ist es ziemlich leer geworden.

00:01:58: Und dann hört Sacheos, Jesus kommt durch Jeruchio.

00:02:02: Den will er auch sehen!

00:02:04: Warum eigentlich?

00:02:06: Aus Neugier oder steckt der Meer dahinter?

00:02:09: Vielleicht gibt es in seinem Leben trotz allem Geld eine Lehrstelle.

00:02:14: Vielleicht hat er irgendwann gemerkt ich kann mir vieles kaufen aber ich kann nicht kaufen dass mich jemand wirklich mag.

00:02:21: Ich kann mir keinen Freund kaufen kein Vertrauen Keine Versöhnung und auch kein Fried mit sich selbst.

00:02:30: Zareus will Jesus sehen, aber da stehen die anderen und Zareos ist klein – er sieht nichts!

00:02:37: Und er tut dieser vermutlich durchaus wirtevoll wohlhabende Mann etwas ziemlich Ungewöhnliches….

00:02:43: Er läuft voraus und er klettert auf einem Baum ….

00:02:47: und an dieser Stelle erzählt das Lukas Evangelium und Jesus zurück hinein und ging durch Jericho.

00:02:54: Und siehe, da war ein Mann genannt Zacheus.

00:02:56: Der war ein Oberster der Zöllne und war reich.

00:02:59: Und er begehrte Jesus zu sehen wie er wäre – und konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Personen!

00:03:06: Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbärbaum, auf das er ihn sehe, Denn all da sollte er durchkommen.

00:03:13: Und als Jesus kam an die selbe Stätte sah er auf, ward sein Gewahr und sprach zu ihm, «Zacheus steigt allen Herrn Nieder, denn ich muss heute zu deinem Haus einkern.».

00:03:23: und er stieg allen herunter, und nahm ihn auf mit Freuten.

00:03:27: Da sie das sahen, murten sie alle, daß er bei so einem Sünder einkehrte.

00:03:33: Zarheus aber trat vor und sprach zu dem Herrn, Sieher hat die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so jemand, ich betrogen habe, gebe ich es ihm vierfältig

00:03:43: wieder.".

00:03:44: Jesus aber sprach Zu ihm, heute ist diesem Haus heil widerfahren – weil dieser auch Abrams Sohn ist!

00:03:51: Denn es Menschensohn ist gekommen, zu suchen und seelig zu machen was verloren ist.

00:03:57: Eine kleine Geschichte – und doch steckt unglaublich viel darin!

00:04:02: Denn vielleicht ist dieser Satz erbar klein von Gestalt mehr als nur eine Körperbeschreibung?

00:04:09: Vielleicht kennt Sareos das Gefühl schon lange ….

00:04:12: Ich komme zu kurz….

00:04:13: die anderen sind größer….

00:04:15: Die Andern werden gesehen, die gehören dazu.

00:04:18: Vielleicht hat Arreos dann einmal beschlossen, da muss ich eben nur für mich selber sorgen.

00:04:24: Wenn mich keiner mag, dann sollen sie wenig Respekt vor mir haben!

00:04:28: Wenn ich schon nicht dazugehöre, dann will ich wenigstens Geld haben.

00:04:32: Wenn mir kein etwas schenkt, dann nehme ich mir eben was ich bekommen kann... Wir wissen nicht ob es so gewesen ist.. Aber wir kennen solche Mechanismen.

00:04:41: Menschen werden manchmal hart weil sie verletzt worden sind.... Menschen ziehen sich zurück, weil sie Angst davor haben wieder enttäuscht zu werden.

00:04:51: Menschen denken nur noch an sich, weil Sie überzeugt sind – ein Mich denkt doch sowieso keiner!

00:04:57: Das macht falsches Verhalten nicht richtig auch bei Zachäos nicht.

00:05:01: und Jesus sagt auch nicht ach Zachäos alles halb so schlimm.

00:05:06: Jesus tut etwas anderes.

00:05:08: Er bleibt stehen mitten in der Menge er schaut nach oben und er sieht ihn.

00:05:14: Das finde ich vielleicht das Schönste an der Geschichte.

00:05:17: Jesus sieht Zachäos, nicht nur den Zöllner, dem Betrüger, den reichen Mann – er sieht den Menschen!

00:05:24: Und dann sagt er, «Zachäos kommen herunter.

00:05:28: Ich will heute bei dir zu Gast sein.».

00:05:31: Bei mir?

00:05:32: Das könnte Zachäios gedacht haben.

00:05:34: wirklich bei mir, nicht beim angesehensten Bürger der Stadt, Und jetzt geschieht etwas Entscheidendes.

00:05:45: Jesus sagt nicht, aber Zachäos bevor ich zu dir komme musst du dein Leben ändern.

00:05:51: Er sagt nicht überweise erst das Geld zurück entschuldete dich erstmal bei allen.

00:05:56: mache deine Fehler wieder gut und wenn Du fertig bist dann sehen wir weiter.

00:06:01: Nein jesus sagt Ich komme zu Dir Die Begegnung kommt zuerst und danach die Veränderungen.

00:06:10: Das ist für mich ein ganz Wichtige Danke.

00:06:14: in unserem Glauben, du musst nicht erst ein perfekter Mensch sein damit Gott sich für dich interessiert.

00:06:20: Du musst nicht das alles in Ordnung gebracht haben.

00:06:23: Gott zieht dich nicht erst dann wenn du deine Fehler abgearbeitet hast.

00:06:27: Er sieht dich jetzt und vielleicht entsteht gerade daraus die Kraft etwas zu verändern?

00:06:33: Bei Zacherios jedenfalls passiert genau dass er beginnt aufzuräumen – Nicht seine Wohnung sondern sein Leben!

00:06:42: Er sagt, ich will abgeben und wenn ich jemand bedrohen habe dann will ich wieder gut machen.

00:06:48: Plötzlich geht es nicht mehr um ihn.

00:06:50: Jesus sieht auch Zacherus die anderen wieder.

00:06:54: Und genau daran merkt man hier ist wirklich etwas passiert.

00:06:57: Ich glaube es nicht nur ein schönes Gefühl – Nicht nur jetzt geht es mir besser sondern Glaube stellt manchmal sehr konkrete Fragen.

00:07:06: Wo bin ich einen Menschen etwas schuldig geblieben?

00:07:09: Wo hab' ich

00:07:10: verletzt?"?

00:07:11: Wo müsste ich mich entschuldigen?

00:07:13: Wo kann ich etwas wieder gut machen?

00:07:15: Wo habe ich nur auf mich selbst

00:07:17: geschaut?".

00:07:18: Und dann gibt es in der Geschichte noch die anderen.

00:07:21: Die Leute auf der Straße und die finden überhaupt nicht gut, was Jesus macht!

00:07:26: Sie mochen ausgerechnet zu Zachäos geht er – so diesen Menschen.

00:07:30: das kann doch nicht wahr sein.

00:07:33: Vielleicht ist dieser Teil der Geschichte fast genauso aktuell wie der andere denn auch wir haben Menschen bei denen wir denken Bei dem ist auch wirklich Hopfen und Malz verloren, der ändert sich nie.

00:07:45: Der hat doch seine Chance gehabt!

00:07:47: Und solche Gedanken gibt es auch in unseren Gemeinden.

00:07:50: Was ist wenn plötzlich Menschen kommen die überhaupt nicht unserem Bild entsprechen?

00:07:55: Menschen die unser Lieder nicht kennen, die nicht wissen wann man aufsteht oder sich hinsetzt?

00:08:00: Menschen mit einer komplizierten Lebensgeschichte.

00:08:04: Freuen wir uns dann wenn sie kommen?

00:08:06: Oder denken wir was will denn der hier?

00:08:10: Jesus geht zu Zacherus.

00:08:12: Nicht war alles richtig, was Zacherius getan hat, sondern war ein Mensch mehr als eine Vergangenheit – mehr als seine Fehler, mehr als einen Urteil der anderen.

00:08:22: Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieser Geschichte?

00:08:26: Es gibt Situationen da fühlen wir uns selbst wie Zacheros auf seinen Baum.

00:08:30: Ein bisschen draußen, ein bisschen versteckt vielleicht auch mit dem Gefühl wenn die Anderen wirklich wissen wie es in mir

00:08:37: aussieht.".

00:08:39: und dann erzählt diese alte Geschichte, da ist einer der bleibt stehen.

00:08:44: Der sieht nicht nur das was andere sehen – er sieht dich!

00:08:49: Und vielleicht sagt er auch heute Komm herunter Du musst sich nicht verstecken.

00:08:54: Ich kenne Dich ich sehe Dich und mit Dir möchte ich weitergehen.

00:09:00: Ein gesegnender Sonntag wünscht Ihnen Ihr Superintendent Andreas Berger.

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