Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (236) zum 12. Sonntag nach Trinitatis 2026
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00:00:00: Andacht für den zwölften Sonntag nach Trinitatis.
00:00:04: In meiner Nähe wird gerade ein neuer Aldimat gebaut, wenn ich dort vorbei fahre kann ich beobachten wie die Baustelle Stück für Stück wächst.
00:00:12: im Moment ist vor allem eines zu sehen – die Grundplatte.
00:00:15: Beton wird gegossen Leitungen und Anschüsse werden vorbereitet alles muss genau sitzen.
00:00:21: noch stehen keine Wande gibt es kein Dach keine Regale und keine Eingangstür.
00:00:26: Und doch kann man schon ahnen was dort einmal entstehen soll.
00:00:30: Die Grundplatte sieht vielleicht nicht besonders spektakulär aus.
00:00:34: Ja später wird man von ihr kaum noch etwas sehen, aber sie ist entscheidend!
00:00:39: Wenn dort unsauber gearbeitet wird, wenn etwas nicht stimmt dann lässt sich das später nur schwer korrigieren.
00:00:46: Beim Wohnhaus ist es ganz ähnlich – bevor Wände hochgezogen Fenster eingesetzt und Räume gestaltet werden braucht es einen tragfähigen Grund Und manchmal wird das sogar besonders gefeiert.
00:00:58: Mit einer Grundsteinlegung, ein wichtiger Moment – es werden Urkunden Münzen vielleicht eine Tageszeitungen oder eine Zeitkapsel
00:01:06: hineingelegt.".
00:01:08: Es ist ein Zeichen ….
00:01:09: Hier beginnt etwas Neues….
00:01:11: hier soll etwas bestehen, was Bestand hat!
00:01:15: Um ein solches Bauen geht's auch in dem Text für diesen Sonntag aus dem ersten Brief des Paulos an die Gemeinden in Korinth.
00:01:21: Dort schreibt er Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes
00:01:28: Bau.".
00:01:28: Und das sagt er.
00:01:30: »Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weißer Baumeister.
00:01:35: Ein anderer aber baut darauf.
00:01:38: Ein jeder aber seht zu wie er darauf baut.«.
00:01:41: Und dann der entschaltenden Satz – «Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, wer gelegt ist.
00:01:47: Welcher ist Jesus Christus?».
00:01:50: Das steht… Im dritten Kapitel des ersten Gründerbriefs und Paulus gebraucht das Bild einer Baustelle für eine Gemeinde.
00:01:58: Der wird gebaut, Menschen kommen hinzu sie bringen ihre Begabung ein, einer beginnt einen anderen setzt es fort, einer legt den Grund, ein anderer baut Wände darauf.
00:02:10: viele andere gestalten weiter.
00:02:13: Das ist auch ein passendes Bild für Kirche denn nach Kirche als Gemeinde ist nie fertig.
00:02:19: Wir bauen etwas, was lange vor uns begonnen hat.
00:02:22: Wir nehmen Gemeinde, Gebäude, Traditionen, Lieder und Formen des Glaubens.
00:02:28: Wir übernehmen Aufgaben von Menschen die vor uns da waren – und irgendwann einmal werden andere auf dem Eiterbauen, was wir
00:02:35: hinterlassen.".
00:02:36: Paulus sagt deshalb nicht, baut möglichst eindrucksvoll!
00:02:40: Er sagt zuerst Achte darauf worauf ihr baut Denn der Grund ist Jesus Christus.
00:02:47: Das klingt erst einmal selbstverständlich gerade für eine christliche Gemeinde, worauf sollte Kirche denn sonst gebaut sein?
00:02:54: Und doch lohnt sich die Frage.
00:02:56: Denn im Alltag können Sie schnell andere Fundamente einschleichen.
00:03:01: Vielleicht bauen wir auf Gewohnheiten – das haben wir schon immer so gemacht!
00:03:06: Oder wir bauen auf Personen.
00:03:08: Solange dieser Facher diese Kantorin, dieser engagierte Ehrenamtliche da ist funktioniert
00:03:14: alles.".
00:03:15: oder vielleicht bauen wir auch auf Zahlen.
00:03:18: Wie viele Menschen kommen, wie viele Mitglieder haben wir und wie viel Geld steht uns zur Verfügung?
00:03:25: Oder wir bauen nur auf Erfolg!
00:03:27: Eine Veranstaltung war gut besucht also muss sie gut gewesen sein.
00:03:32: Paulus erinnert uns das alles kann wichtig sein aber es trägt nicht das ganze.
00:03:38: der Grund ist ein anderer Jesus Christus.
00:03:42: Sein Leben seine Worte seinen Liebe zu den Menschen seine Nähe gerade zu denen die andere übersehen.
00:03:49: Seine Vergebung, sein Tod und seine Auferstehung – das ist der
00:03:54: Grund.".
00:03:55: Und dann wird Paul es noch deutlicher!
00:03:57: Er sagt auf diesem Fundament kann man sehr verschieden bauen.
00:04:01: Er nennt Gold-, Silber- und Edelsteine aber auch Holz-, Heu- und Stroh.
00:04:06: Das klingt fast wie eine merkwürdige Materialiste für ein Bauunternehmer….
00:04:11: Aber Paulus will sagen, nicht alles was wir bauen hat denselben beschwert.
00:04:16: Nicht alles hat Bestand.
00:04:18: Manche sieht vielleicht zunächst beeindruckend aus und hält doch nicht lange.
00:04:23: Manches ist groß angekündigt und schnell vergessen.
00:04:27: Manch es kostet viel Kraft und hinterlässt am Ende kaum etwas.
00:04:31: Und anders ist vielleicht unscheinbar und trägt über Jahre!
00:04:35: Ein Gespräch zur richtigen Zeit, ein Mensch der einem Kind den Klaub nicht aufträngt sondern ihn glaubwürdig vorlebt.
00:04:42: Eine Kirchenmusikerin die mit viel Geduld einen Kurz zusammenhält.
00:04:46: Ein Besuch bei einem einsamen Menschen.
00:04:49: Eine Predigt von der vielleicht nur ein einziger Satz hängen bleibt aber gerade dieser Satz hilft jemand durch die schwere Woche.
00:04:57: Ein Mensch der nach einer Enttäuschung nicht aufgibt sondern noch einmal Vertrauen wagt.
00:05:03: Gold, Silber und Edelsteine?
00:05:06: oder doch Holz, Heu und Stroh.
00:05:08: Wir können das oft selbst gar nicht entscheiden.
00:05:11: Paulus sagt es wird sich zeigen was Bestand hat!
00:05:14: Und vielleicht nimmt uns das etwas von unserem Druck?
00:05:18: Wir müssen nicht alles vollenden wir müssen nicht jede Entwicklung kontrollieren – wir bauen einen Teil.
00:05:25: Andere haben vor uns gebaut und andere werden nach uns bauen.
00:05:29: Entscheidend ist dass wir uns immer wieder fragen, passt das was dem wir stehen?
00:05:36: Passt es zu Christus, dient es den Menschen, macht es ihnen Mut.
00:05:42: Richtet es sie auf, schafft es als Gemeinschaft ein Raum für Hoffnung!
00:05:47: Oder bauen wir manchmal nur noch weil wir Angst haben etwas könnte
00:05:50: verschwinden.".
00:05:52: Am Ende dieses Bibelabschnitts wechselt Paulus das Bild noch einmal.
00:05:57: Aus dem Bau wird ein Tempel und er sagt – wisst ihr nicht dass Ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in Euch
00:06:04: wohnt?!
00:06:05: Also nicht ein bestimmtes Kirchengebäude ist Gottes Tempel, sondern er sagt es uns als Menschen.
00:06:12: Ihr seid Gottes Tempe!
00:06:14: Gott wohnt mitten unter Euch!
00:06:16: Kirche besteht also nicht zuerst aus Steinen, nicht aus Gebäuden auch nicht aus Strukturen und Programmen so wichtig das alles sein kann.
00:06:26: Kirche lebt davon dass Gott in Menschen Wohnung nimmt, daß sein Geist unter ihnen wirkt dass Menschen miteinander glauben, hoffen, zweifeln, beten, tragen und getragen werden.
00:06:39: Vielleicht denke ich beim nächsten Vorbeifahren an der Baustelle wieder daran.
00:06:44: Irgendwann wird man von der Grundplatte nichts mehr sehen.
00:06:48: Denn stehen dort Wände ein Dach vielleicht leuchten dann schon die Schilder und Autos stehen auf dem Parkplatz.
00:06:54: Aber unter allem bleibt dieser Grund Und so ist es auch mit unserem Leben und unserem Glauben.
00:07:00: Vieles verändert sich.
00:07:02: Menschen kommen und gehen, Aufgaben verändern sich, Gemeinden verändern sie – ja Kirche verändert sich!
00:07:10: Auch manches von dem wir heute überzeugt sind wird vielleicht in zwanzig Jahren ganz anders aussehen.
00:07:16: Aber der Grund muss nicht neu gelegt werden.
00:07:20: Paulus sagt einen anderen Grund kann niemand legen.
00:07:23: außerdem wer gelegt ist welcher als Jesus Christus?
00:07:27: Und auf diesem Grund dürfen wir bauen Manchmal mutig, manchmal vorsichtig.
00:07:33: Manchmal mit großen Plänen und manchmal nur Stein für Stein – nicht alles was wir bauen wird bleiben.
00:07:41: aber wir dürfen darauf vertrauen.
00:07:43: der Grund bleibt Jesus Christus Und vielleicht ist das genau die Freiheit die wir brauchen um weiterzubauen.
00:07:52: Ein gesegnene Sonntag wünscht Ihnen Ihr Superintendent Andreas Berger.
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