Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (334) zum 10. Sonntag nach Trinitatis

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00:00:00: Ein Nacht für den zehnten Sonntag nach Tünetatis.

00:00:04: Manchmal stehen auf dem Handy zwei Nachrichten direkt untereinander, die erste meldet ein Waffenstillstand hält, die zweite bei einem neuen Luftangriff sind Menschen getötet wurden.

00:00:17: Hoffnung und Entsetzen nur einen Finger breit voneinander entfernt.

00:00:22: So erleben wir den Nahen Osten im Sommer-Zw.

00:00:26: Der Waffenstillstand im Gasarstreifen vom Oktober, twenty-fünfundzwanzig hat die großen Kampfhandlungen gebremst.

00:00:33: Die letzten Geissen sind freigekommen.

00:00:36: Aber Frieden ist noch lange nicht.

00:00:38: Weiterhin sterben Menschen bei Angriffen.

00:00:41: Große Teile Gases sind zerstört.

00:00:43: Viele Menschen leben als Vertriebene und Hilfsorganisationen waren erneut verwachsenen Hunger wenn Hilfe und Finanzierung

00:00:51: ausbleiben.".

00:00:52: Auch im Westjordanland nehmen Gewalt, Vertreibung und die Ausweitung israelischer Siedlung zu.

00:00:59: Und der Konflikt reicht längst über Israel in die palästinenzischen Gebiete hinaus.

00:01:04: Im Sommer des Jahres ist auch die Kämpfe zwischen Iran und den USA wieder eskaliert – Waffenstillstände werden vereinbart und wenige Tage später erneut infrage gestellt.

00:01:17: An diesem Sonntag, der auch Israelssonntag genannt wird….

00:01:21: Erinnert die Kirche an die Zerstörung Jerusalems und an ihre fleibende Verbundenheit mit dem jüdischen Volk.

00:01:28: Das ist kein Blick in eine weit entfernte Vergangenheit.

00:01:32: Jerusalem, Gaza, Tel Aviv das Westjordanland der Libanon und der Iran stehen heute wieder für Angst und Trauer – und vor allem für die verzweifelte Frage Wo soll Frieden herkommen?

00:01:46: Auch bei uns ist der Konflikt nicht weit weg Auf Demonstrationen in sozialen Netzwerken und manchmal sogar im Gespräch am Arbeitsblatt wird es aus Kritik hasst.

00:01:57: Jüdinnen und Juden werden für Entscheidungen der israelischen Regierung verantwortlich gemacht.

00:02:02: Im letzten Jahr gab es u.a.

00:02:06: die semitische Vorfälle, durchschnittlich vierundzwanzig an jeden Tag.

00:02:12: Auch die Zahl der polizeilich registrierten antisemitischen Straftaten ist weiter gestiegen!

00:02:18: Darf man die israelische Regierung kritisieren?

00:02:22: Natürlich, die Politik eines Staates darf und muss kritisiert werden können.

00:02:26: Aber Kritik wird zu Antisemitismus wenn Jüdinnen und Juden in aller Welt kollektiv verantwortlich gemacht werden Wenn Israels Existenzrecht bestritten oder jüdisches Leben bedroht wird.

00:02:39: Und genauso dürfen wir das Leiden der Palästinenser nicht vergessen oder kleinreden.

00:02:44: Wer ein hungrendes oder verletztes Kind nur noch als Teil einer politischen Seite sieht, hat den Menschen aus dem Blick verloren.

00:02:53: Wie aber entkommen wir der Versuchung uns selbst für gerecht und die anderen für durch- und durchböse zu halten?

00:03:00: Paulus schreibt im Elft Kapitel des Römer Briefs Ich will euch liebe Schwestern und Brüder dieses Geheimnis nicht verfehlen, damit ihr Euch nichts selbst für klug haltet!

00:03:10: Verstockung ist einem Teil Israels Wiederfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist.

00:03:16: Und so wird ganz Israel gerettet werden.

00:03:18: wie geschrieben steht Es wird kommen aus zierende Erlöser Der Abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob und das ist mein Bund mit ihm wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.

00:03:30: Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um Eure Zwischen Aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter Willen denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht geräuern.

00:03:42: Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber bei dem Herzlichkeit erlangt wegen eures Ungehorsams, so sind auch jene jetzt ungehoressam geworden, wegen der beim Herzlichkei die euch widerfahren ist – damit auch sie jetzt beim Herzigkeit erlangen!

00:03:58: Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsems, damit er sich

00:04:02: allererbarme.".

00:04:04: Paulus ist selbst Jude.

00:04:06: Früher hat er die ersten christlichen Gemeinden verfolgt und Gewalt gegen sie gebilligt.

00:04:11: Dann hat sich sein Leben verändert, nun leitet der darunter dass viele Menschen aus seinem Volk seine Überzeugung von Jesus Christus nicht teilen.

00:04:20: Aber Paulus zieht daraus nicht den Schluss.

00:04:23: dann hat Gott Israel verworfen.

00:04:25: im Gegenteil erst sagt Gottes Gaben und Berufungen können ihn nicht geräuen.

00:04:30: Gottes Treue zu Israel bleibt bestehen Die Kirche tritt nicht an die Stille Israels Und Christen haben keinen Grund sich über Jüdinnen und Juden zu erheben.

00:04:41: Der entscheidende Satz steht gleich am Anfang, damit ihr euch nicht selbst verklughaltet.

00:04:47: Genau darin liegt die Gefahr!

00:04:49: Wir erklären gern die Welt, teilen Menschen gute und böse und stellen uns selbst auf die richtige Seite – wir meinen zu wissen wer allein Schuld ist, wer allein Opfer und Werlein Täter ist.

00:05:00: Paulus nimmt uns diese Überlegenheit.

00:05:03: Alle sind auf vorm Herzlichkeit angewiesen Juden, Christen und Muslime – religiöse nicht-religiöse Menschen.

00:05:11: Kein Volk besitzt Gott!

00:05:14: Keine Nation ist ohne Schuld Und kein Mensch verliert dadurch seine Würde.

00:05:19: Wir wissen das gut Religion kann für Hass missbraucht werden.

00:05:24: Heilige Worte können zur Rechtfertigung von Gewalt dienen Doch Nicht-Religion allein führt zu Kriegen.

00:05:30: Da geht es um Machtstreben Angst Nationalismus Land und Rohstoffe und politische Interessen.

00:05:38: Die Antwort ist deshalb nicht ein Leben ohne Glaube, die Antwort ist sein Glaube der dem Mensch nicht größer sondern demütiger macht.

00:05:46: Ein Glaube das sagt auch ich kann irren, auch ich brauche Vergebung, auch der Mensch auf der anderen Seite ist Gottes Geschöpf!

00:05:56: Was können wir also tun?

00:05:58: Von Deutschland aus können wir den Nahen Ost nicht befrieden aber wir können verhindern dass der Hass bei uns weiter wächst.

00:06:06: Wir können widersprechen, wenn jüdische Menschen pauschal angegriffen werden.

00:06:10: Und wir können ebenso widersprechen, wenn Palästinenser oder Muslime pauschalt zu Terroristen erklärt werden.

00:06:17: Wir können diejenigen unterstützen, die Verwundete versorgen, Kinderschützen, humanitäre Hilfe leisten und trotz allem das Gespräch mit der anderen Seite suchen.

00:06:28: Und ihr könnt deutlich sagen – Der Terror der Hamas ist durch nichts zurechtfertigen!

00:06:35: Das Leben palästinenzischer Zivilisten ist nicht weniger wert.

00:06:40: Beten ersetzt kein politisches Handeln, aber ohne eine Innerumkehr wird auch Politik immer wieder nur neue Feinbilder vorbringen.

00:06:48: BetEN heißt ich gebe nicht vor die Lösung zu besitzen!

00:06:52: Ich halte Gott die Opfer hin – die jüdischen und die palästenenzischen, die israelischen, den libanesischen und der iranischen.

00:07:01: Die Menschen der Namen ihr kennen und die vielen von denen nur eine Zahl übrig bleibt.

00:07:06: Paulus endet nicht mit einer politischen Strategie, er endet mit barm Herzlichkeit.

00:07:13: Vielleicht ist das weniger naiv als es klingt?

00:07:16: Denn Frieden beginnt dort wo Menschen aufführen sie selbst für klug rein und überlegen zu

00:07:21: halten.".

00:07:23: Daum sagt Paulus Gott hat alle eingeschlossenen Ungehorsam damit er sich über alle erbarme.

00:07:30: Darum bitten wir Gott erbarme dich über Israel und Palästina, erbarm dich über alle die bedroht sind Trauern und Hungern.

00:07:39: Bewahre jüdisches Leben bei uns!

00:07:42: Schütze auch Muslime vor Hass und Verachtung!

00:07:45: Stärke alle die Pücken bauen Und beginne deinen Frieden auch in uns.

00:07:51: Amen.

00:07:52: Ein gesegnet Sonntag wünscht Ihnen Ihr Subendent Andreas Berger.

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