Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (332) zum 8. Sonntag nach Trinitatis
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00:00:00: Annacht für den achten Sonntag nach Trinitatis.
00:00:04: Wenn man sich bei Instagram Videos anschaut gibt es immer wieder kleine Filme die oft nur als einziges Wort als Überschrift haben, Karma.
00:00:16: Der Begriff kommt aus Indien aus dem Sanskrit und man könnte es mit Tat oder Handlung übersetzen.
00:00:22: Und der Grundaufbau ist immer gleich Jemand fügt einem anderen etwas Böses zu Und kurz darauf wird er selbst Opfer seiner Handlung.
00:00:32: Oder jemand wird gewalttätig gegenüber allen anderen und hinter ihm steht von ihm unbemerkt schon die Polizei.
00:00:40: Im Prinzip geht es darum, dass es eine gerechte Strafe bekommt oder wie es im Sprichwort heißt kleine Sünden bestraft der Herr sofort.
00:00:53: Das Leben wird als eine Folge von Handlungen angesehen, die man getan hat und wo man dann vielleicht eine gerechte Strafe erhält.
00:01:02: Wir kennen das auch gut, dass wir nicht nur Schadenfreude empfinde wenn jemand den wir nicht leiten können etwas passiert.
00:01:10: Schnell sind wir auch mit dem Urteil nämlich über Jemanden im sogenannten Tunergin zusammenhangen Der Nachbart.
00:01:18: Lungenkrebs selber Schuld warm Rauch der auch so viel oder Schmerzen an der Leber Warm trinkt er immer soviel.
00:01:27: Die erwachsenen Kinder melden sich nicht mehr bei ihren Eltern.
00:01:31: Selber schuld, die haben sie ja auch immer so verzogen.
00:01:36: Manchmal wissen wir auch keine Antwort wenn ein Mensch verstirbt der immer gesund gelebt hat und dann plötzlich Krebs hat aber das schieben wir meistens zur Seite denn wir sind überzeugt dass es wenn es jemand schlecht geht er in der Regel immer selber schuld ist.
00:01:53: Das ist nicht nur heute so.
00:01:55: Auch in vergangenen Zeiten wurde noch viel mehr darauf geachtet, wie man lebt oder wie sogar die Eltern oder Großeltern gelebt haben.
00:02:03: Denn die Sünden sollten sich auch noch Generationen später niederschlagen – in Krankheiten und anderen
00:02:09: Unzulänglichkeiten.".
00:02:11: Wie Jesus auf so etwas reagiert, hören wir in einer Geschichte, die der Evangelist Johannes aufgeschrieben hat.
00:02:17: … Und Jesus ging vorüber und sah ein Menschen, der blind geboren war… Und seine Jünger fragten und sprachen, Rabbi wer hat gesündigt?
00:02:27: Dieser oder seine Eltern das er blind geboren ist.
00:02:30: Jesus antwortete Es hat weder dieser gesündig noch seine Eltern Sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.
00:02:39: Wir müssen die Werken dessen wirken der mich gesandt hat.
00:02:43: Solange es Tag ist Es kommt die Nacht Da niemand wirken kann.
00:02:48: Solange ich in der Welt bin Bin Ich Das Licht Der Welt.
00:02:52: Als er das gesagt hatte, spuckte auf die Erde, machte daraus einen Brei und schricht den Brei auf die Augen des Blindensprach zu ihm.
00:02:59: Geht zu dem Teich Siloa, das heißt übersetzt Gesandt und wasche
00:03:04: dich.".
00:03:05: Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.
00:03:09: Zunächst also die gängigen Vorurteile der Zuhöre – Wenn der krank ist wenn der blind geboren wurde da muss er doch gesündigt haben unter seinen Eltern.
00:03:20: und genau diesen Thunagin-Zusammenhang durchbricht Jesus.
00:03:24: Er spricht davon, dass er selbst das Licht der Welt ist und nicht will, das andere im Dunkeln stehen.
00:03:31: Sinnbildlich heilt er diesen Menschen um zu zeigen, daß es nicht diesem Kastushal Zusammenhang gibt, dem man nicht entrinnen kann – einem Karma des vielleicht schon von den Eltern her kommen!
00:03:43: Sondern Gott sieht jeden Menschen an und hat dafür offene Augen ein liebenes
00:03:48: Herz.".
00:03:49: Jesus sieht den Menschen und heilt ihn exemplarisch.
00:03:53: Und er öffnet nicht nur dem Blinden die Augen, sondern auch den Zuhörern, die sonst nur einseitig schauen und denken.
00:04:01: Auch sie sollen das Licht sehen – auch Sie sollen die Hoffnung haben, dass das Leben nicht dunkel oder Krankheiten vorherbestimmt sind!
00:04:09: Das kann manchmal ganz andere Ursachen haben….
00:04:13: was aber durchhält ist der Liebe
00:04:15: Gottes.".
00:04:16: der den Menschen ansieht als geliebtes Kind und ihn nicht mit Krankheiten strafen will.
00:04:22: Freilich, das wissen wir, wird nicht jede Krankheit geheilt – manches muss man auch aushalten!
00:04:29: Nicht aushalten muss man aber eine Traurigkeit oder Ohnmacht gegenüber einem unerbittlichen Schicksal, dem ein ausgeliefert ist.
00:04:38: Auch ein kranker oder eingeschränkter Mensch in Krankheit oder im Alter ist wertvoll und steht im Lichte
00:04:45: Gottes.".
00:04:46: Er wird liebevoll angesehen und er oder sie ist nicht weniger wert als jemand, dem es anscheinend äußerlich gut geht.
00:04:54: Denn alle stehen in der Aufmerksamkeit im Licht Gottes.
00:04:59: Darum sollten wir vorsichtig sein mit schnellen Urteilen!
00:05:03: Wir kennen niemals die ganze Geschichte eines Menschen – wir wissen auch nicht welche Last niemand trägt, welche Wege hinter ihm liegen und warum sein Leben so geworden
00:05:13: ist.".
00:05:14: Jesus fragt nicht zuerst nach der Schuld.
00:05:16: Es sieht den Menschen, erwendet sich ihm zu und öffnet neue Möglichkeiten.
00:05:22: Das ist vielleicht das eigentliche Wunder dieser Geschichte.
00:05:25: Ein Mensch wird nicht auf seine Krankheit, seine Vergangenheit oder seine vermeintliche Schuld festgelegt.
00:05:32: Er wird angesehen mit den Augen Gottes Und in diesem Blick liegt Heilung Selbst dort wo eine Krankheit bleibt.
00:05:40: Denn Gottes Liebe macht einen Menschen nicht erst dann wertvoll, wenn er gesund, erfolgreich oder stark ist.
00:05:47: Jeder Mensch ist wertvoll weil Gott ihn liebt.
00:05:51: So dürfen auch wir darauf vertrauen – unser Leben ist nicht ein blinden Schicksal oder einem unerbittlichen Karma ausgeliefert!
00:05:59: Wir leben aus der Gnade Gottes und wo wir aufeinander schauen ohne zu verurteilen wo wir einander beistehen und lichten das Leben eines Anderen bringen, der werden auch heute die Werke Gottes sichtbar.
00:06:14: Jesus Christus spricht – Ich bin das Licht der Welt!
00:06:18: Ich wünsche uns dass dieses Licht unser dunklen Weg erhält, unsere Augen öffnet und uns hilft, einander mit Liebe und Barmherzigkeit anzusehen.
00:06:30: Ein gesegnender Sonntag wünscht Ihnen Ihr Superintendent Andreas Berger.
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