Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (330) zum 6. Sonntag nach Trinitatis 2026

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00:00:00: An Nacht für den sechsten Sonntag nach Trinitatis.

00:00:04: In diesen Sommermonaten gibt es in vielen Kirchen gemeinten Tauffeste, nicht nur in den Kirchen sondern manchmal im Freien an einem See, einem Freibad oder einem Fluss.

00:00:18: Der heutige Sonntage wird in vielen Kürchen auch als Taufsonntag bezeichnet Auch die mit Kirche gar nicht so viel zu tun haben.

00:00:27: denen sagt Taufe etwas.

00:00:29: Manche wurden selbst getauft und können sich gar nicht mehr daran erinnern.

00:00:34: Manche waren dabei bei einer Taufe in der Familie oder bei Freunden, oder ein anderer denkt auch Kirche, Taupe und Gott – das ist nicht so meine Welt!

00:00:45: Trotzdem lohnt es sich hinzuhören, denn bei der Taube geht es nicht zuerst um Regeln, Mitgliedschaft oder Traditionen.

00:00:52: Im Kern geht es um eine Zusage.

00:00:55: Du bist gewollt, du bist gesehen Du bist nicht zufällig

00:01:00: hier.".

00:01:01: In einem Text aus dem alten Testament, aus dem fünften Buch Moshe wird dazu einiges gesagt.

00:01:08: Die Worte richten sich zuerst an das Volk Israel also Menschen mit einer langen Geschichte von Befreiung Zweifel, Wüstenzeit und Neuanfang.

00:01:18: Ich lese ihn in einer modernen Übersetzung.

00:01:26: Gott hat dich ausgewählt, nicht weil du größer stärker oder besser wärst als andere.

00:01:32: Im Gegenteil!

00:01:33: Du warst klein und unscheinbar.

00:01:36: Gott hatte dich nicht angenommen, weil dir so beeindruckend bist sondern weil er dich liebt und weil er treu bleibt zu dem was er versprochen hat.

00:01:44: Darum hat er dich befreit und aus der Hand Däre herausgeführt die dich festgehalten haben.

00:01:50: Erkenne also Gott ist Gott.

00:01:53: Er is treu Er hält seine Zusage und seine Güte über Generationen hinweg.

00:01:59: Und wer auf Gott hört in seinen Wegen vertraut erfährt, seine Zusages

00:02:04: trägt.".

00:02:06: Das ist ein starker Text aber vielleicht auch schwieriger.

00:02:10: Denn die Rede ist davon das Gott Menschen auswählt.

00:02:14: Das kann vielleicht schnell falsch klingen als würde Gott sagen – Die einen sind besser, die anderen schlechter.

00:02:21: Aber darum geht es nicht!

00:02:23: Der Text sagt eben nicht Ihr seid besser, sondern er sagt Ihr seid geliebt.

00:02:29: Das ist ein riesiger Unterschied und Gott sagt nicht ich liebe Euch weil ihr so stark seid, sondern im Gegenteil Ich liebe Euch obwohl ihr klein seid.

00:02:39: Nicht die Leistung steht am Anfang nicht auf Volk oder moralische Perfektion.

00:02:44: Am Anfang steht die Liebe.

00:02:47: Und genau hier trifft sich der alte Text mit der Taufe.

00:02:51: Bei einer Taufe, besonders bei der Taufer eines Kindes wird sichtbar.

00:02:55: Ein Kind das hat noch gar nichts geleistet!

00:02:58: Es hat kein Lebenslauf, keine Zeugnisse, keine Auffolge, keine Vormsätze – es ist einfach da.

00:03:05: Und trotzdem wird über diesen Menschen ausgesprochen Du bist Gottes geliebtes Kind Nicht später wenn du alles richtig machst nicht erst wenn du religiös genug bist nicht erst Wenn du dein Leben im Griff hast sondern sofort und jetzt.

00:03:22: Viele Menschen verbinden Religion eher mit Forderungen, du musst glauben, du muss beten, du müsst dich ändern, Du musst dazugehören.

00:03:30: Die Taufe erzählt eine andere Geschichte.

00:03:33: Sie sagt Am Anfang steht nicht dein Müssen, am Anfang steht Gottes Jahr.

00:03:40: Stellen sie sich vor ein Kind kommt in eine Familie.

00:03:43: Das Kind muss sich seine Zugehörigkeit nicht verdienen.

00:03:47: Es muss nicht erst beweisen dass es liebenswert ist.

00:03:50: Die Zugehörigkeit beginnt mit einem Satz, der unausgesprochen über allem steht.

00:03:55: Du gehörst zu uns!

00:03:57: So ähnlich kann mein Taufe verstehen.

00:04:00: Da wird kein magisches Wasser verwendet.

00:04:03: Es ist auch kein religiöser Stempel, der automatisch alles einfach macht.

00:04:08: Sie ist ein sichtbares Zeichen für eine tiefe Zusage – du gehör's zu Gott.

00:04:14: Und diese Zugehrigkeit hängt nicht daran, ob du gerade stark sicher oder perfekt

00:04:19: bist.".

00:04:20: Der Text aus dem Mosebuch sagt, Gott hat Euch nicht erwählt weil Ihr Großwart.

00:04:26: Ihr wart klein!

00:04:27: Das ist tröstig, weil manche sich genauso fühlen.

00:04:31: Klein, unsicher und unbedeutend.

00:04:34: Das kennt mancher vom Arbeitsplatz.

00:04:35: Man vergleicht sich.

00:04:37: Wer ist erfolgreicher?

00:04:39: Wer bekommt mehr Anerkennung vom Chef?

00:04:41: oder sind sozialen Mädchen?

00:04:43: Wer kann so gut aussehen?

00:04:46: Wer hat das schönere Leben?

00:04:49: Gibt es dein Lieblingskind?

00:04:51: Wer erfüllt Erwartungen und wer wird enttäuscht.

00:04:55: In so einer Welt des Wertens- und Abwertens klingt der Text fast revolutionär.

00:05:02: Gott liebt dich nicht nach Ranking, Gott sortiert nicht nach Außenwirkung, Gott sagt nicht – Zeig mal was du kannst!

00:05:10: Er sagt Ich sehe Dich, ich kenne Dich Und ich bleibe treu.

00:05:16: Aber der Text bleibt nicht bei einem warmen Gefühl stehen.

00:05:20: Er spricht auch von Treue, von Geboten und Verantwortung.

00:05:24: Das Ding für manche dann wieder nicht so gut.

00:05:26: regeln Druck und Moral aber man darf es anders hören.

00:05:31: Wenn jemand wirklich geliebt ist Dann bleibt das nicht folgenlos.

00:05:35: Liebe verändert die Art wie man lebt.

00:05:38: Wer sich gelieb weiß kann auch anders mit anderen umgehen Weniger hart, weniger geängstig, wenige getrieben.

00:05:46: Wer erfährt Ich muss mich nicht ständig beweisen Der kann auch anderen Raum geben.

00:05:52: Und wer weiß, ich bin gehalten, der muss nicht alles kontrollieren.

00:05:58: Gottes Gebote sind also keine Drohung sondern eine Einladung zum Leben.

00:06:03: Also tu nicht das damit Gott dich liebt!

00:06:06: Sondern weil du geliebt bist kannst Du anders leben.

00:06:11: Vielleicht kennen sie das auch.

00:06:12: jemand sagt zu dir Ich glaube an Dich und vertraue Dir.

00:06:17: Dieser Satz macht nicht automatisch alles leichter Aber er kann Kraft geben.

00:06:22: Er kann dich aufrichten, er kann dich daran erinnern dass du mehr bist als dein letzter

00:06:27: Fehler.".

00:06:28: So ist die Taufe ein sichtbares.

00:06:31: Ich glaube an Dich von Gott her Nicht im Sinn von.

00:06:34: Du wirst immer alles richtig machen Sondern im Sinn Von ich gebe Dich nicht auf.

00:06:40: Gott ist treu und er hält die Zusage über keiner Zone hinweg.

00:06:45: Das heißt nicht das dem Leben alles glatt läuft.

00:06:47: Die Taufe ist keine Versicherung gegen alles Leid.

00:06:51: Auch Menschen, die getauft sind und die zweifeln, schaltern die Trauern und verlieren.

00:06:56: Aber sie ist ein Zeichen mitten im Leben!

00:06:59: Du bist nicht nur das was dir passiert, du bist nicht einfach dein Schmerz oder deine Geschichte, sondern du bist gehalten von einer größeren Geschichte.

00:07:11: Was wäre es wenn mein Leben nicht mit meiner Leistung beginnt, sondern mit dieser Zusage?

00:07:17: Was wäre, wenn ich nicht erst wertvoll werde, wenn Ich funktioniere?

00:07:21: Was wäre Wenn ich schon längst als Mensch gemeint bin?

00:07:25: Und was wäre, Wenn Gott nicht zuerst fordert sondern liebt.

00:07:29: Am Taufsonntag wird genau das sichtbar.

00:07:33: Das ist Wasser Etwas ganz alltägliches.

00:07:36: Ohne Wasser gibt es kein Leben.

00:07:38: Es reinigt auf frischt und trägt Und in der Taufe wird Wasser zum Zeichen.

00:07:44: Altes darf abgewaschen werden neues Dorf beginnen und ein Mensch wird hineingenommen in Gottes Geschichte.

00:07:52: Und da dürfen wir diesen Satz mitnehmen, Gott liebt nicht weil ich groß bin, Gott libt und dadurch kann ich wachsen.

00:08:00: Vielleicht zeigt sich das ganz unspektakulär wenn ich einen Menschen zuhöre statt ihn zu bewerten, wenn ich jemand nicht nur auf seine Fehler reduziere indem mich Frieden suche wo andere noch recht behalten wollen.

00:08:14: Taufe Das ist nicht nur ein schöner Familienmoment mit Kerze, Wasser und Fotos.

00:08:20: Sie ist ein Zeichen für eine Wirklichkeit die tiefer reicht.

00:08:24: Du bist geliebt du bist gerufen du bist nicht vergessen Und du musst deinen Wert nicht beweisen.

00:08:32: Ein gesegnet Sonntag wünscht ihnen ihr Superintendent Andreas Berger.

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