Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (325) zum 1. Sonntag nach Trinitatis 2026

Transkript anzeigen

00:00:00: An Nacht für den ersten Sonntag nach Trinitatis.

00:00:16: Kommt ihr diese Melodie bekannt vor?

00:00:19: Vielleicht denken manche sofort an die Fernsehserie Ein Herz und eine Seele.

00:00:24: Im Mittelpunkt steht Alfred Hetzlaff, besser bekannt als Ekelalfred.

00:00:29: Er ist mit seiner Familie, den Nachbarn in der ganzen Welt alles andere als ein Herz und einer Seele Und genau darin liegt der Witz.

00:00:37: Und doch kennen wir dieser Redewendung Ein Herz & Eine Seele.

00:00:42: Damit beschreiben wir eine tiefe Verbundenheit.

00:00:45: Menschen verstehen sich, vertrauen einander und gehören zusammen – ein schönes Bild aber auch ein Idealbild!

00:00:53: Wir wissen wie schnell wird aus näher Abstand und aus Vertrauen misstrauen.

00:00:58: Das schöne Wort vom Herzen und der Seele stammt aus einer Übersetzung Martin Lutthaus für den Text des heutigen Sonntags.

00:01:06: Er steht in der Postelgeschichte Nach Himmelfahrt und Pfingsten hatten sich die ersten Gemeinden gebildet, Menschen hören von Jesus Christus treffen sich in Häusern feiern Gottesdienst und sehen auch die anderen.

00:01:18: Und über das Leben der ersten Gemeinde wird dort berichtet?

00:01:22: Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele.

00:01:25: Auch nicht einer sagte von seinen Gütern dass sie sein wären sondern es war ihnen alles gemeinsam.

00:01:31: Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel, die auferstehend ist Herrn Jesus und die große Gnade war bei ihnen allen.

00:01:38: Es war auch keiner unter ihnen der Mangel hatte – denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen.

00:01:49: und man gab einen jeden was er nötig

00:01:51: hatte.".

00:01:53: Das klingt wirklich fast so schön um wahrzusehen!

00:01:56: Eine Gemeinschaft in der niemand sagt «Das gehört nur mir».

00:02:00: Eine Gemeinschaft, in der geteilt wird.

00:02:02: In dem keiner Mangel leidet.

00:02:05: Eine Gemeinheit, in die auch Verstehung Jesu Christi bezeugt wird und die in großer Knade bei allen

00:02:11: ist.".

00:02:12: Das sind also die Menschen, die Jesus nachfolgen wollen.

00:02:16: Reiche und arme Menschen sitzen am selben Tisch!

00:02:19: Niemand hat einen besseren Platz weil er mehr besitzt.

00:02:23: Niemand wird übersehen, weil er wenig hat.

00:02:25: Manche verkaufen Land- und Häuser damit alle genug zum Leben haben….

00:02:30: Es war auch keiner unter ihnen der Mangel hatte.

00:02:34: Das ist ein starker Satz, die Gemeinde lebt aus einer alten Hoffnung niemand soll Mangel haben Die nur der Anderen ist.

00:02:41: ein Ruf zur nächsten Liebe Und das ist einmal das Schöne am christlichen Glauben Erweitet den Blick.

00:02:47: er sagt Sie nur nicht nur dich selbst, sie auch den anderen Den Menschen deiner Nähe Aber auch denen in der Ferne, denen der Hilfe braucht.

00:02:57: Und genau hier, dass wissen wir alle beginnt das Schwere Denn auf den anderen zu sehen, das ist oft nicht einfach.

00:03:04: Besonders dann nicht wenn die Gesundheit bedroht ist der Arbeitsplatz unsicher wird oder man einfach Angst vor der Zukunft hat Dann sorgt mein erst einmal für sich selbst.

00:03:15: Das ist menschlich Und gerade darum ist es für manche dieses Wort von der ersten Gemeinde mit ihrem Herz und eine Seele sehr herausfordernd Denn sie sagt eben nicht Teile nur wenn du im Überfluss lebst.

00:03:31: Liebe dein Nächsten, nur wenn alles leicht ist.

00:03:34: Sei großzügig nur dann, wenn du keine Angst

00:03:37: hast.".

00:03:38: Martin Luther sagt in der Erklärung zum ersten Gebot, woran Du Dein Herz hängst das ist Dein Gott.

00:03:45: Woran hängt unser Herz?

00:03:47: An Sicherheit!

00:03:48: An Besitz!

00:03:49: An Gesundheit!

00:03:50: An Erfolg!

00:03:51: An dem Wunsch bloß nicht zu kurz zu kommen.

00:03:54: oder hängt unsere Herzen an Gott….

00:03:57: Menschen, die ihr Leben als Geschenk Gottes verstehen sehen anders auf diese Welt.

00:04:01: Sie wissen mein Leben ist mir anvertraut.

00:04:05: es gehört mir nicht absolut.

00:04:07: Es ist Gabe und Aufgabe Und Menschen die von der Auferstehung her leben wissen dieses Leben hier ist kostbar.

00:04:15: aber es ist Nicht alles.

00:04:16: es ist wichtig Aber es ist nicht das Letzte.

00:04:20: Die Hoffnung auf die Aufersteinungen verändert den Blick.

00:04:23: sie sagt Du musst nicht alles in dieses eine Leben hineinpressen.

00:04:28: Dein bleibender Wert hängt nicht an Besitz, Leistung und Gesundheit oder daran ob alles gelungen ist.

00:04:35: Du darfst leben du darfst dich freuen du darf sich um die selbst sorgen um deine Familie nur noch andere.

00:04:42: aber du darf auch wissen Dieses Leben ist nicht die letzte Grenze Gottes.

00:04:47: das kann entlasten denn wir dürfen noch auf mehr warten.

00:04:52: Diese Hoffnung macht nicht gleichgültig im Gegenteil, sie hilft bewusster zu leben.

00:04:58: Wir haben die Auferstehung.

00:04:59: weiß kann teilen Geld Zeit Aufmerksamkeit Gute Worte Geduld und Vergebung.

00:05:07: Denn Teilen beginnt nicht erst beim Verkauf von Häusern und Grundstücken.

00:05:11: Teilen beginnt manchmal damit dass ich zuhöre Ein Menschen ernst nehme Nicht sofort Urteile oder jemand nicht allein lasse.

00:05:20: Und trotzdem Wir bleiben hinter diesem Ideal zurück.

00:05:24: Auch Christen streiten sich, gerade in den Gemeinden gibt es oft Konflikte und manche können auch kleinlich hartherzig und ängstlich und selbst bezogen sein obwohl sie Christen sein wollen.

00:05:39: Die erste Gemeinde aus der Apostelgeschichte ist darum nicht einfach eine Beschreibung dessen was immer gelingt.

00:05:47: Sie ist eine Vision die fast unerreichbar erscheint.

00:05:51: Aber was möglich wird, wenn Menschen von Christus her leben?

00:05:54: Wie Gemeinschaft aussehen kann man knadisch stärker als Angst.

00:05:59: Wenn Besitz sein Letzten ernst verliert weil Gott der Halt des Lebens ist.

00:06:04: Diese Vision ist schön und zugleich schwer!

00:06:07: Vielleicht ist sie ein Ideal das wir gar nicht erreichen aber sie bleibt trotzdem eine Mission die uns ruft.

00:06:15: Sie ruft uns auch nicht dazu um selbst zu überfordern sondern sie ruft uns dazu, unser Herz zu prüfen.

00:06:22: Woran hängt es?

00:06:24: Und sie ruFT uns zu den nächsten Schritt zu gehen!

00:06:28: Vielleicht können wir nicht die ganze Welt gerechter machen aber wir können einen Menschen sehen den wir sonst übersehen hätten.

00:06:35: vielleicht können wir Nicht allen Mangel beseitigen Aber wir können teilen was uns möglich ist.

00:06:41: Vielleicht sind wir nicht immer ein Herz in eine Seele aber ihr könnt aufhören den anderen nur als Gegner zu sehen.

00:06:49: Vielleicht gelingt die große christliche Gemeinschaft hier nicht vollkommen.

00:06:53: Aber wir können im Kleinen anfangen, am Tisch in der Familie und in der Gemeinde.

00:06:59: Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele!

00:07:03: Das ist mehr als eine schöne Redewendung – es ist eine Erinnerung daran wozu wir bestimmt sind.

00:07:09: Nicht zur Vereinzelung, nicht zur Gleichgültigkeit, nicht zum Kreisen um uns selbst sondern zur Gemeinsschaft mit Gott und

00:07:16: miteinander.".

00:07:18: Und wenn wir miteinander teilen, was uns trägt wird etwas von dieser Vision sichtbar.

00:07:24: Dann sind wir vielleicht nicht perfekt aber Wir sind auf dem Weg und vielleicht ist genau das christliches Leben Nicht schon angekommen zu sein alles zu wissen und zu können Aber sich rufen zu lassen nicht alles zu schaffen aber nicht aufzugeben.

00:07:43: Nicht immer ein Herz in eine Seele zu sein aber immer wieder versuchen aus der Gnade Gottes zu leben.

00:07:50: Ein gesegnender Sonntag wünscht Ihnen Ihr Superintendent Andreas Berger!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.