Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (324) zum Sonntag Trinitatis 2026
Transkript anzeigen
00:00:00: Annacht zum Trinitat des Sonntag.
00:00:03: Kennen Sie solche Momente, in denen einfach alles zu viel ist?
00:00:07: Zu viele Stimmen?
00:00:09: Zuviel Erwartung?
00:00:10: Zuviele Gedanken im Kopf?
00:00:12: Vielleicht nach einem stressigen Tag?
00:00:15: Einem Streit?
00:00:16: oder vielleicht einfach nur das Gefühl ich komme gerade nicht zur Ruhe und dann passiert etwas Unerwartetes.
00:00:24: Jemand sagt vielleicht etwas rubig.
00:00:27: Halt den Mund jetzt kommt der Segen!
00:00:29: Genauso hat es eine Religionslehrerin erlebt.
00:00:33: Eine völlig chaotische Schulstunde, die Kinder laut und unruhig durcheinander – und auf einmal sagt ein Kind genau diesen Satz!
00:00:41: Und auf einmal stille ….
00:00:43: Warum?
00:00:44: Weil selbst in diesem Chaos eine Ahnung da war, jetzt passiert etwas Besonderes….
00:00:50: Jetzt kommt der Segen….
00:00:54: kennt jeder das auch wer mit Kirche nicht viel zu tun hat und selten in den Gottesdienst geht, aber dem Begriff Segen kennen trotzdem die meisten.
00:01:03: Und die spannende Frage ist was bedeutet es eigentlich Segnen?
00:01:07: Eigentlich heißt es im Kern jemanden etwas Gutes zu sprechen – nicht oberflächlich sondern wirklich!
00:01:15: Im lateinischen Wort dafür Benedicare steckt genau das drin – Gut sprechen.
00:01:21: Jemand sagen und zusagen Es ist gut, es ist gut dass es Dich gibt.
00:01:28: Dein Leben steht unter einem guten Vorzeichen und ein sehr alter Text aus der Bibel bringt das auf dem Punkt.
00:01:35: Er wird seit Jahrtausenden von Jahren gesprochen.
00:01:39: Der er segne Dich und behüte Dich, der lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig, der heihebe sein Angespicht über Dich.
00:01:51: Zum Schluss des Gottesdienstes wird oft dieser sogenannte aronitische Segen gesprochen.
00:01:57: Mehr Worte braucht es eigentlich nicht, eigentlich steckt darin schon alles.
00:02:02: Der Segen also am Ende eines Gottesdienstes aber eigentlich eine Art Höhepunkt.
00:02:08: Warum?
00:02:10: Weil hier alles zusammenkommt Alles was gesagt gedacht gehofft wurde Und dann wird das ganz einfach Du wirst angesprochen ganz persönlich Mit ausgebreiteten Händen als Zeichen.
00:02:24: Du bist gemeint, du bist
00:02:26: eingeschlossen.".
00:02:27: Aber Segen passiert nicht nur in Kirchen.
00:02:30: Manchmal passiert er ganz leise.
00:02:33: Zum Beispiel ein kleines Kind liegt im Bett Es hat Angst vor der Dunkelheit ruft immer wieder nach seiner Mutter Und irgendwann setzt sie sich zu ihm und sie sagt nichts.
00:02:44: Sie legt einfache Hände auf seinen Kopf bleibt einen Moment so und zeichnet am Ende ein kleines Kreuz auf seine Stirn.
00:02:52: Und das Kind, es beruhigt sich und schläft ein.
00:02:57: Das ist keine Magie.
00:02:58: Die Angst ist auch nicht verschwunden für immer Aber in diesen Moment hat das Kind gespürt.
00:03:04: Ich bin nicht allein.
00:03:06: Ein Segen löst nicht alle Probleme.
00:03:09: Die laute Schulklasse bleibt laut.
00:03:12: Das Kind wird vielleicht morgen wieder Angst haben.
00:03:15: Das Leben bleibt kompliziert.
00:03:19: Der Segen unterbricht alles.
00:03:21: Er ist wie ein Atemholen, einen Moment in dem etwas anderes zählt oder ein anderes Bild.
00:03:29: Ein Mensch ist gestorben die Familie steht im Zimmer will noch einmal Abschied nehmen.
00:03:35: Ein Facher kommt dazu eine Kerze ein paar Worte und dann legt er der Verstorbene die Hände auf.
00:03:42: uns spricht den Segen.
00:03:44: Die Trauer bleibt aber etwas verändert sich Ein Gefühl von Frieden entsteht.
00:03:50: Bei der Segen sagt, Der Mensch ist nicht verloren und vergessen Er ist aufgehoben.
00:03:58: Im Segen passiert etwas sehr Tiefes.
00:04:00: Du wirst gut gesprochen Nicht im Sinne von alles was du tust Ist perfekt Sondern du als Mensch bist gemeint Mit allem was zu dir gehört Mit deinem Stärken mit deinen Schwächen Mit deiner Geschichte mit deiner Angst.
00:04:18: Und die Zusage lautet, Du bist angenommen.
00:04:21: Du bist nicht allein!
00:04:23: Du bist gehalten.
00:04:25: Vielleicht brauchen wir genau das heute mehr denn je?
00:04:29: In einer Welt wo wir ständig bewertet werden, in der Fehler schnell sichtbar sind, wo man sich immer neu beweisen muss und der Segen sagt etwas anderes.
00:04:40: Du musst dich nicht erst beweisen um wertvoll zu sein – du bist es schon.
00:04:48: Eine Unterbrechung im Lärm, ein Moment in dem jemand dir zuspricht ist es gut dass es dich gibt.
00:04:56: Vielleicht brauchst du gar nicht zu viel dafür.
00:04:59: Manchmal reicht ein kurzer Moment der Stille oder eben dieser alte Satz – Der Herr segne Dich und behüte Dich!
00:05:09: Ein gesegnender Sonntag wünscht Ihnen Ihr Superintendent Andreas Berger.
Neuer Kommentar