Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (323) zu Pfingsten 2026
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00:00:00: An Nacht zum Fingstsonntag.
00:00:02: Wer einmal in Berlin mit der S-Bahn unterwegs ist, der weiß Man muss gar nicht weit reißen um die Welt zu hören.
00:00:09: Man steigt ein sucht sich einen Platz vielleicht zwischen Alexanderplatz und Friedrichstraße Und um einen herum wird geredet Der hört man Deutsch klar Aber auch Englisch Türkisch Arabisch Russisch Polnisch Spanisch Französisch Vielleicht auf Vietnamesisch oder Italienisch.
00:00:28: Manchmal versteht man ein Wort, manchmal hört man es nur am Klang.
00:00:33: Und dann ertappt man sich dabei, sich zu fragen wo kommen die Menschen wohl her aus welchem Land?
00:00:40: Welche Geschichte bringen sie mit und was erzählen Sie einander?
00:00:43: gerade Sprache ist etwas Wunderbares, sie verbindet Menschen.
00:00:49: Wer dieselbe Sprache spricht kann sich verständigen, kann Fragen Trösten Lachenstreiten erzählen und wer eine Sprache nicht verschät, der merkt schnell wie fremd man sich fühlen kann auch mitten unter Menschen.
00:01:04: Mit Englisch kommt man heute weit auf Reisen im Internet in der Schule im Beruf.
00:01:09: aber auch andere Sprachen stehen hoch im Kurs.
00:01:11: Spanisch zum Beispiel ist bei vielen Jugendlichen beliebt.
00:01:15: Manche lernen eine Sprach weil sie reißen wollen Andere weil sie Musik Filme und Serien besser verstehen möchten Und wieder andere weil Sie merken.
00:01:25: Wer einen Sprache lernt, lernt auch etwas von einer anderen Kultur.
00:01:29: Man kann Sprachen auf ganz verschiedene Weise lernen – die einen durch Auslandsaufenthalt, durch Austauschprogramme, durch Kursse oder mit einer Sprachsoftware.
00:01:39: Einer der bekanntesten heißt Babbel.
00:01:41: Wer Süddeutschland kommt hört bei diesem Wort vielleicht gleich noch etwas anders mit.
00:01:46: Babbeln!
00:01:47: Das heißt Reden, Schwätzen erzählen.
00:01:50: Aber wenn man ein Babbel ein Bewegg streicht dann steht da Babel und Babel erinnert an die alte Geschichte, den Turmbau zur Babel.
00:01:59: Damals wollten die Menschen einen Turmbauer hoch bis in den Himmel.
00:02:03: Sie wollten groß sein!
00:02:04: Sie wollten sich ein Namen sein?
00:02:07: Ja sie wollten Gott nicht nur naß sein, viel mehr sie wollten sein wie Gott.
00:02:12: Und der Turm wuchs und wuchs.
00:02:15: aber Gott sah was geschah und Gott hat etwas sehr einfaches und so gleich wirksames Er verwirrte ihre Sprache.
00:02:23: Plötzlich verstanden die Menschen einander nicht mehr.
00:02:26: Als einem gemeinsamen Plan wurden viele einzelne Stimmen, der Turmbau wurde abgebrochen und die Menschen zerstreuten sich über die Erde.
00:02:34: Babel steht seitdem für das große Durcheinander der Sprachen – für Missverständnisse, für Trennung!
00:02:41: Für das was passiert wenn Menschen zwar viele Worte machen aber einandernicht wirklich verstehen.
00:02:48: Viele Jahre später erzählt die Bibel eine andere Geschichte Eine Geschichte, die wie auf die Antwort auf Babel klingt und eine Geschichte in der Gott nicht verwirrt sondern verbindet.
00:02:59: In der Nicht-Sprachlosigkeit entsteht sondern verstehen.
00:03:02: In den Menschen aus vielen Ländern mit vielen Sprachen plötzlich dieselbe gute Botschaft
00:03:07: hören.".
00:03:09: Das ist zu Pfingsten!
00:03:11: Jesus war gestorben und auferstanden – Die Jüngeren und Jünger waren in Jerusalem.
00:03:16: Noch immer ängstlich noch immer unsicher.
00:03:19: Sie wussten nicht, was als sie ihn werden sollte.
00:03:22: Sie hatten erlebt wie Jesus verfolgt und gekreuzigt worden war – und sie mussten damit rechnen dass auch sie in Gefahr geraten konnten!
00:03:30: Und dann geschieht etwas das sie nicht machen, Nicht planen, nicht organisieren können Es kommt von Gott selbst Ein Brausen vom Himmel.
00:03:39: Feuer zogen Heiliger Geist.
00:03:42: Und plötzlich wird aus Angst Mut.
00:03:45: Als verschlossenen Türen wird offene Rede.
00:03:47: Aus einer kleinen Gruppe für unsicherter Menschen wird der Anfang der Kirche.
00:03:52: Und da hören wir in der Apostelgeschichte, und als der Pfingstag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort – und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem Sie saßen.
00:04:08: Und es erschienen ihn Zungen zerteilt und wie von Feuer und setzten sich auf einen Jeden von
00:04:13: ihnen.".
00:04:15: Und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihn zu Reden eingab.
00:04:23: Es wohnten aber im Jerusalem Gottes fürchtliche Männer aus allen Völkern unter den Himmel.
00:04:30: Als nun dieses Brausengeschah kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein Jede hörte es ihnen seine eigenen Sprache reden.
00:04:38: Sie entsetzten sich aber verwundert sich und sprachen – sind nicht alle die da redengalle leer?
00:04:45: Wir hören, wir seht den jeder in seiner Muttersprache.
00:04:48: Und wir sind Parter und Mäder und Elamiter Menschen aus Mesopotamien, Judea und Kabadotsin Aus Pontus in der Provinz Asia Als Frühkind und Pampfüljen Aus Ägypten und der Gegend von Kurene in Lübchen.
00:05:02: Wir sind Römer Juden und Kreeter und Araber Und wir hören sie in unseren Sprachen die großen Taten Gottes verkündigen.
00:05:10: Sie entsetzen sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zum anderen.
00:05:15: Was soll das werden?
00:05:17: Andere aber hatten ihren Spott und sprachen, sie sind voll von süßen Wein.
00:05:21: Da tat Pesruß auf mit der Elf erhob seine Stimme und retete mit ihnen.
00:05:27: Diese sind nicht betrunken wie ihr meint!
00:05:29: Ist es doch erst die dritte Stunde des Tages, sondern das ist was durch den Propheten Joel gesagt worden ist.
00:05:36: Und es soll geschehen.
00:05:37: in den letzten Tagen spricht Gott da will ich ausgießen von meinem Geist Auf alles Fleisch und Eure Söhne und Eurer Töchter sollen weiß sagen, Euer Jünglinge soll'n Gesichtes sehen Und Eurer Alten soll'nn Träume haben.
00:05:53: Und auf meine Knechte und auf Meine Weg will ich in jeden Tagen von meinem Geist
00:05:57: ausgießen.".
00:05:59: Unverständnis, Radlosigkeit und Trauer hatte die Jünger erfasst – Was soll wert, wenn Jesus nicht mehr bei ihnen ist?
00:06:07: Wo sollen sie Kraft herbekommen, wenn Sie ausgelacht, angefeindet und verfolgt
00:06:12: werden?".
00:06:13: Jesus sagt ihnen nicht einfach, lebt in meiner Erinnerung, denkt an meine Worte, schreibt sie auf und erzählt sie weiter.
00:06:22: Sondern er verspricht Ihnen einen Tröstern aller Trübserl, einen Beistand in aller Gefahr, eine Kraft zum Glauben und eine Kraft zu leben.
00:06:32: Er verspicht Ihnen den Heiligen Geist!
00:06:35: Und dieser Geist kommt nicht leise und harblos, er kommt wie Wind und Sturm, er Und er bringt Bewegung.
00:06:43: Er treibt die Jünger aus den Häusern hinaus zu den Menschen, Aus Angst wird Mut, Aus Schweigen wird Sprache, Aus Rückzug wird Zeugnis.
00:06:54: Vielleicht ist das das erste was Finston uns heute sagt?
00:06:57: Der Geist Gottes lässt Menschen nicht einfach bei sich selbst stehen!
00:07:01: Er öffnet Türen und er bringt Bewegungen.
00:07:05: Er macht aus einer verängstigten Gruppe eine Gemeinschaft, die redend handelt und hofft Und das ist bis heute nötig.
00:07:13: Denn Sprachverwirrung gibt es nicht nur zwischen Deutsch, Englisch Arabisch oder Spanisch.
00:07:19: Sprach-Verwirrungen gibt es auch dort wo Menschen eigentlich dieselbe Sprache sprechen aber einander trotzdem nicht mehr verstehen.
00:07:27: In Familien zum Beispiel der Reden Eltern und Kinder miteinander.
00:07:32: Aber manchmal scheint es als kämen sie aus verschiedenen Welten.
00:07:36: Die einen sagen früher war des anders und die anderen sagen, ihr versteht unser Zeit nicht.
00:07:43: Worte fallen aber sie eichen in andern
00:07:45: nicht.".
00:07:47: Oder der Gesellschaft – das sprechen Menschen über Politik, über Krieg und Frieden, über Klima, über Migration, über Gerechtigkeit… Und manchmal entsteht der Eindruck jeder bleibt nur in seiner eigenen Blase.
00:08:00: Jeder hört nur noch die Stimmen, die bestätigen was er sowieso schon denkt.
00:08:05: Dann wird Sprache hart!
00:08:07: dann wird als Meinung schnell Verurteilung, dann wird aus Unterschied Feinschaft.
00:08:14: Und auch in der Kirche!
00:08:16: Da gibt es weniger Kinder und Jugendliche, weniger Pfarrin und Facher, weniger Selbstverständlichkeit – und doch gibt es neue Formen, regionale Konferentenarbeit, gemeinsame Projekte, Gottesdienst an anderen Orten, digitale Angebote, neue Musik, neue Begegnungen….
00:08:37: Auch hier brauchen wir den Geist Gottes, nicht damit alles so bleibt wie es war und auch nicht damit wir uns mit immer neuen Programmen selber überfordern sondern damit wir unterscheiden lernen.
00:08:49: Was ist nur Gewohnheit?
00:08:51: Und was ist wirklich Auftrag?
00:08:53: Was müssen wir loslassen?
00:08:55: Und das dürfen wir auf keinen Fall vergessen!
00:08:58: Der Geist Gottes erinnert uns daran Kirche lebt zuerst von Gebäuden, von Strukturen Plänen unter Traditionen.
00:09:07: Sie lebt von der Liebe Gottes, sie lebt davon das Menschenhören.
00:09:11: Du bist gebeilt!
00:09:13: Du bist gesehen, du bist
00:09:15: geliebt!".
00:09:16: Und diese Botschaft gilt nicht nur einigen sondern allen.
00:09:20: Das ist das Erstaunliche an Pfingsten.
00:09:22: Gottes Geist wird ausgegossen auf alles Fleisch – Nicht nur auf die besonders Frommen, nicht nur auf Die Besonders Gebildeten, Petrus sagt, eure Söhne und eurer Töchter sollen weiß sagen.
00:09:39: Eure Jungen sollen sehen!
00:09:41: Eure Alten sollen träumen!
00:09:43: Alle empfangen den
00:09:44: Geist!".
00:09:45: Mit anderen Worten – Gottes Geist fragt dich zuerst nach Herkunft geschlecht, Alter stand und ansehen.
00:09:52: Es macht Menschen so Schwestern und Brüder.
00:09:55: Es schenkt eine Einheit die Unterschiede nicht auslöscht Aber sie auch nichts zum Mauern werden lässt.
00:10:01: Das ist etwas anders als Babel.
00:10:03: In Babel wollte die Menschen sich selbst groß machen, sie wollten einen Namen haben, sie wollen nach oben, Sie wollten sich absichern und am Ende verstanden sie einander nicht mehr.
00:10:16: An Pfingsten geschieht das Gegenteil – Gott macht die Menschen nicht groß durch Macht sondern durch Geist.
00:10:22: Nicht ein Turm führt in den Himmel, sondern Gottes Geist kommt vom Himmel herab!
00:10:28: Nicht eine Sprache setzt sich über alle, sondern viele Sprachenwerten gehört.
00:10:33: Und vielleicht ist das eine praktische Aufgabe für uns?
00:10:37: Pfingsten beginnt dort wo ich nicht nur rede, sondern auch höre.
00:10:41: Wo ich frage was meint der andere wirklich?
00:10:44: wie viel Angst steckt vielleicht hinter seinen Worten welches Sehnsucht oder welche Verletzungen.
00:10:51: Pfingston beginnt wenn wir ein Mensch nicht zuerst einen Etikett aufkleben alt und jung deutsch oder fremd, konservativ oder modern erfolgreich oder gescheitert.
00:11:03: Sondern wenn wir fragen wer bist du?
00:11:06: Was brauchst Du?
00:11:07: Was hat Gott dir anvertraut?
00:11:10: Pfingsten beginnt, wenn auch Jugendliche merken meine Stimme zählt in der Kirche!
00:11:15: Wenn alte merken, meine Träume sind nicht wertlos.
00:11:19: Wenn Menschen die sonst übersehen werden erfahren.
00:11:23: Auch auf dich legt Gott sein Geist Und Pfingsten beginnt, wenn wir als Christen den Mut haben, Unrecht beim Namen zu nennen.
00:11:30: Wenn Menschen verächtlich gemacht werden wegen ihrer Herkunft, ihre Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer Armut und ihrer Schwäche Dann ist Schweigen keine geistliche Tugend.
00:11:43: Der Geist Gottes ist ein Geist der Wahrheit.
00:11:46: Er deckt auf, er tröstet Aber er macht auch unbequem.
00:11:51: Darum dürfen wir bitten.
00:11:52: Komm heiliger Geist!
00:11:54: Komm heiliger Geist, wenn wir einander nicht mehr verstehen.
00:11:58: Wenn Worte verletzen!
00:12:00: Komm heilliger Geest, wenn Angst uns einschließt!
00:12:03: Komm Heiligergeist, when alte Formen zerbrechen und neue Wege noch unsicher ist!
00:12:09: Komm HEILIGER GEIST, wenn mir lernen müssen die Sprache der anderen zu hören.
00:12:14: Am Anfang stand die S-Bahn in Berlin.
00:12:17: Viele Menschen, viele Sprachen, viele Geschichten.
00:12:21: Manchmal versteht man nur den Klang Manchmal bleibt vieles fremd.
00:12:26: Aber Pfingsten erzählt, Fremdheit muss nicht das letzte Wort haben.
00:12:31: Verschiedenheit muss Nicht Trennung bedeuten.
00:12:34: Unterschiedliche Sprachen und unterschiedliche Lebensgeschichten müssen nicht im Gegeneinander enden.
00:12:40: Babel erzählt von der Sprachverwörung die Menschen trennt.
00:12:44: Pfingston erzählt vom Gottesgeist der Menschen verbindet.
00:12:49: So wird aus vielen Stimmen kein Lärm, sondern ein Zeugnis.
00:12:53: Aus vielen Sprachen keine Verwirrung, sondern Lob Gottes!
00:12:57: Aus vielen Menschen eine Gemeinschaft im Geist.
00:13:01: Unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Alter und Ansehen – Gottes Geistschaft Einheit Eine Einheit die nicht von uns gebaut wird wie einen Turm Sondern die uns geschenkt wird Wie Wind und Feuer Kommen.
00:13:15: heiliger Geist Einen gesegnepfigen Sonntag wünscht Ihnen Ihr Superindendent Andreas Berger.
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