Sup. Andreas Berger: Podcast-Andacht (318) zum Sonntag Jubilate 2026
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00:00:00: Andach zum Sonntag jubilate.
00:00:03: Ich habe einige im Garten, Weinstöcke, manche neu gesetzt mit Klatter Rinde andere fast arm dick mit rauen rissigen Rindenfetzen.
00:00:14: jetzt im Frühjahr sehen manche aus wie Tod und doch steckt in ihnen das Leben.
00:00:20: und in einigen Tagen kommen die Knospen heraus und es entwickeln sich lange Weinreben und Trauben.
00:00:28: Das Bild vom Weinstock in den Reben ist uralt, und gleichzeitig überraschend aktuell.
00:00:35: Er stammt aus einem Text, den manche schon gehört haben.
00:00:39: Er steht im Johannes Evangelium und gibt Worte von Jesu
00:00:43: wieder.".
00:00:45: Ich lese einmal den Text.
00:00:47: Jesus sagt Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater, der Weingärtner.
00:00:53: An jeder Rebe an mir die keine Frucht bringt wird er wegnehmen Und an jede die Frucht bringen wird er reinigen dass sie mehr Frucht bringe.
00:01:01: Ihr seid schon reim.
00:01:03: um das Wortes willen.
00:01:04: was ich zu Euch geredet habe Bleibt in mir und ich in Euch Gleich wie die Rebe kann keine Frust bringen aus sich selber.
00:01:13: Sie bleibe denn am Weinstock als auch ihr nicht.
00:01:16: Ihr bleibt dann in mir.
00:01:18: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
00:01:21: Wer in mir bleibt und ich ihn ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun!
00:01:28: Wer nicht in mir bliebt, der wird weggeworfen wie eine Rebe un vor dort und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen.
00:01:38: So ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben werdet ihr bitten was ihr wollt und es wird euch
00:01:43: widerfahren.".
00:01:45: Darin wird mein Vater geährt, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
00:01:51: Vielleicht klingen die Worte erst einmal fremd.
00:01:54: Obwohl der Weinstock er es uns vertraut und auch wer keinen im Garten hat kennt doch ein Weinstock in seine Reben.
00:02:03: Aber Frucht bringen das ist nicht eigentlich unsere Alltagssprache.
00:02:07: Aber dieses Bild beschreibt etwas sehr einfaches eine Verbindung.
00:02:12: Eine Rebe kann nicht allein existieren, sie lebt davon dass sie mit dem Weinstock verbunden ist.
00:02:18: Da fließt alles her – Wasser, Nährstoffe und Energie.
00:02:22: Und genau das überträgt Jesus auf uns Menschen!
00:02:26: Nicht im Sinne von Du musst ganz religiös sein sondern wovon lebst du eigentlich?
00:02:31: Was gibt dir Kraft?
00:02:33: Was hält dich lebendig?
00:02:36: Wir kennen das manchmal wenn der Handyakku bei zwei Prozent.
00:02:41: Da kann man noch versuchen, irgendetwas zu machen aber eigentlich wissen wir ohne Verbindung zur Stromquelle ist jetzt gleich Schluss.
00:02:49: So ähnlich beschreibt dieser Text den Menschen.
00:02:52: Wir versuchen oft alles aus uns selbst herauszuschaffen.
00:02:55: Wir wollen funktionieren müssen etwas leisten durchhalten Aber irgendwann kommt die Erschöpfung Kommt die Lehre Vielleicht auch das Gefühl da fehlt doch noch etwas.
00:03:07: Das Bild vom Weinstock sagt Du musst nicht alles aus dir selbst ziehen, es gibt eine Quelle an die du dich einschließen kannst.
00:03:17: Bleibt in mir!
00:03:18: Dieser Satz wird mehrfach wiederholt.
00:03:21: Man kann ihn so hören, bleibt verbunden, verlier'n ich die Verbindung zu dem was Dich wirklich trägt.
00:03:29: Für viele Menschen ist das Gott Für andere vielleicht erst mal nur die Frage Was gibt meinem Leben Tiefe?
00:03:36: Was macht mich wirklich lebendig und nicht nur beschäftigt?
00:03:41: Wir können an eine gute Freundschaft denken.
00:03:44: Wenn man sich nie meldet, nie Zeit nimmt, nie zuhört – dann wird die Verbindung schwächer!
00:03:50: Nicht weil jemand böse ist sondern weil die Beziehung einfach nicht mehr gepflegt wird.
00:03:56: Verbindung braucht
00:03:57: Aufmerksamkeit.".
00:03:58: Und so beschreibt dieser Text die Bezierung zwischen Mensch und Gott.
00:04:02: Nicht als Pflicht, sondern als etwas das lebt oder eben verkümmert.
00:04:08: Der Text spricht viel von Frucht bringen….
00:04:11: Das meint aber nicht Leistung im Sinne von noch mehr schaffen, noch mehr erreichen.
00:04:17: Eher das Gegenteil!
00:04:19: Frucht ist etwas, dass wächst – ganz natürlich.
00:04:23: Zum Beispiel Geduld statt ständigem Stress.
00:04:26: Freundlichkeit auch wenn es schwierig ist.
00:04:29: Klarheit wo vorher Chaos war oder einfach ein Gefühl von Sinn.
00:04:34: Das sind Dinge die man nicht erzwingen kann, aber die entstehen können, wenn man gut verbunden.
00:04:41: Es gibt auch harte Worte in dem Text von Reben, die abgeschnitten werden und verdorren.
00:04:47: Das klingt erst einmal abschreckend aber vielleicht kann man es so verstehen wenn wir dauerhaft von allem abgeschnitten sind was uns innerlich nähert dann wird in uns etwas trocken.
00:04:58: das kennt wahrscheinlich jeder.
00:05:01: Der Text will nicht Angst machen sondern beschreibt eine Realität.
00:05:06: Verbindung ist lebensnotwendig.
00:05:09: Vielleicht denken wir jetzt Für es hat das aber eigentlich mit mir zu tun.
00:05:14: Man kann diesen Text einfach als Einleitung sehen, innehalten und fragen womit bin ich verbunden?
00:05:21: was tut mir wirklich gut nicht nur kurzfristig sondern langfristig?
00:05:25: Und vielleicht auch gibt es etwas größeres eine Quelle die bisher noch gar nichts so entdeckt habe.
00:05:33: Vielleicht ist der wichtigste Satz aus dem Text dieser ohne mich könnt ihr nichts.
00:05:39: Das kann man strengend hören.
00:05:42: Oder befreiend!
00:05:43: Du musst nicht alles allein schaffen, du bist nicht dafür gemacht isoliert zu funktionieren wie eine Maschine.
00:05:50: Du bist eher wie eine Rebe – gemacht für Verbindung, für Wachstum, für Leben das aus einer Quelle kommt.
00:05:59: Vielleicht fragen wir uns heute einfach einmal was nährt mich gerade und bin ich mit allem verbunden was mir wirklich leben gibt?
00:06:08: Ich bin der Weinstock Ihr seid die Reben, und ohne mich könnt ihr nichts tun.
00:06:14: Ein gesegnet Sonntag wünscht Ihnen Ihr Superintendent Andreas Berger!
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